

Nina Hagen Band
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Es gibt Alben, die man nicht erklärt – man erlebt sie. Das Debüt der Nina Hagen Band, erschienen 1978 auf CBS, ist eines davon. Aufgenommen in den Hansa Studios in West-Berlin-Kreuzberg, ist es ein Dokument, das bis heute erschüttert: roher, theatralischer Art-Punk aus einer Stadt, die selbst wie ein Experiment am Rand der Welt wirkte.
Nina Hagen, 1955 in Ost-Berlin geboren, war Tochter der Schauspielerin Eva-Maria Hagen und Stieftochter des Dissidenten Wolf Biermann. Nach ihrer Ausreise aus der DDR 1976 und einem prägenden Aufenthalt in Londons Punkszene traf sie im Kreuzberger Milieu auf vier Musiker – Herwig Mitteregger, Reinhold Heil, Bernhard Potschka und Manfred Praeker –, die zuvor in der Politrockband Lokomotive Kreuzberg gespielt hatten. Gemeinsam schufen sie etwas, für das es keinen Namen gab.
Das Album bewegt sich zwischen punk-infiziertem Hard Rock („TV-Glotzer", eine umgeschriebene Version von The Tubes' „White Punks on Dope"), Reggae („Heiß") und Wagnerscher Opernhaftigkeit („Naturträne") – in einem einzigen Song. Hagens Stimme ist das Zentrum: vom tiefen Knurren bis zum höchsten Schrei, von zärtlicher Verletzlichkeit bis zu atemberaubender Stimmakrobatik. Laut.de bezeichnete das Album als „Meilenstein" der deutschen Rockgeschichte.
Das Plattencover zeigt Hagen mit Stachelhaar, Eyeliner und Zigarette – ein Bild, das Punk neu definierte. Nach ihrer Trennung von der Band wurden die vier Instrumentalisten zu Spliff. Und Reinhold Heil komponierte später die Filmmusik zu Lola Rennt. Der Anfang war genau hier.









