

Infos zum Artikel
Der Mont Klamott ist ein Trümmerberg in Berlin-Friedrichshain – aufgeschüttet aus dem Schutt des Zweiten Weltkriegs. Silly wählten diesen Namen für ihr zweites Album bewusst: Es ist Musik aus dem Fundament, aus dem, was übrig bleibt, wenn man die Oberfläche abträgt.
Mit dem neuen Texter Werner Karma, der alle Texte des Albums schrieb – teils unter dem Pseudonym René Volkmann – wurde die Band schlagartig zur politischsten Rockgruppe der DDR. Karma und die Band arbeiteten mit einem Stilmittel, das die DDR-Bürger verstanden: bewusst eingebaute Übertreibungen (intern „Grüne Elefanten" genannt), die die Zensur passierten – und darunter versteckte echte Botschaften. Songs wie „Die Gräfin" und „Unter'm Asphalt" funkeln vor Doppelbödigkeit und poetischer Schärfe.
Der Musikwissenschaftler Michael Rauhut beschrieb das Album als Verbindung von „dem musikalischen Biss der New Wave mit sinnlich-prallen und tieflotenden Bildern auf einem nicht nur für DDR-Verhältnisse einzigartigen Niveau." 1983 wurde Mont Klamott in der DDR zur Platte des Jahres gewählt. Das Nachfolgealbum wurde verboten und nur in entschärfter Version veröffentlicht – ein Beweis, wie dicht an der Grenze Silly operierte.
Es ist die Platte, mit der Silly zur Botschafts-Band wurde. Roh, poetisch und mit einer Stimme – Tamara Danz –, die alles trägt.









