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Es gibt wenige Alben, die ihrem Erscheinungsjahr so vollständig entsprechen wie dieses. Silly veröffentlichten Februar im Frühjahr 1989 – Monate vor dem Fall der Berliner Mauer. Es war das erste Album in der Geschichte des DDR-Rocks, das als Koproduktion mit einem westdeutschen Label entstand: AMIGA und BMG Ariola. Ein gemeinsamer Schritt über eine Grenze, die noch existierte.
Die meisten Texte schrieben diesmal Tamara Danz gemeinsam mit dem Baggerfahrer und Liedermacher Gerhard Gundermann – einer der wichtigsten Stimmen des DDR-Undergrounds. Die Worte wurden schärfer, direkter, persönlicher. „Verlorene Kinder" handelt von einer Jugend ohne Perspektive in Ostberliner Hochhaussiedlungen. „Über ihr taute das Eis" ist ein erschütterndes Stück über den Suizid einer jungen Frau. „SOS" ist der lauteste Notruf, den die DDR-Rockmusik jemals ausgesendet hat.
Das Album wurde in West-Berlin aufgenommen, produziert von Uwe Hoffmann. In der DDR wurde es noch einmal zur LP des Jahres gewählt. Und im September 1989 gehörten alle Silly-Mitglieder zu den Erstunterzeichnern der Resolution von Rockmusikern gegen die DDR-Regierungspolitik.
Bis heute gilt Februar als einer der „Soundtracks der Wende" – ein Album, das eine Gesellschaft kurz vor ihrem Umbruch beschreibt, in Texten, die nicht mehr zwischen den Zeilen, sondern mitten ins Gesicht treffen.









