

Neon Bible
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Aufgenommen in einer umgebauten Kirche mit Pfeifenorgel, Militärblaskapelle und vollen Orchesterarrangements – Arcade Fire wollten mit Neon Bible kein Album machen. Sie wollten ein Erlebnis schaffen. Erschienen 2007, debütierte es auf Platz 2 der Billboard 200 und erhielt 87/100 auf Metacritic.
Das Album ist ein Widerspruch in sich: opulent und apokalyptisch, theatralisch und ehrlich erschrocken. Thematisch kreist es um die großen Fragen der Nullerjahre: den Krieg im Irak, den Missbrauch religiöser Symbole durch politische Macht, das Knistern einer Gesellschaft unter moralischem Druck. Die Pfeifenorgel setzt Töne, die sich anfühlen wie Wände, die näher rücken.
„Keep the Car Running" ist trotz allem ein Aufbruchslied – aber wohin genau, bleibt unklar. „Intervention" ist das große Kirchenstück des Albums: ein epischer Angriff auf institutionelle Heuchelei, mit einer der eindringlichsten Orgelpassagen der modernen Rockmusik. „No Cars Go" ist ein Chor des gemeinsamen Widerstands.
Das britische Magazin Q nannte Arcade Fire nach diesem Album „die aufregendste Band der Welt". Wie Neon Bible klingt: wie ein Gottesdienst für alle, die nicht mehr glauben – aber sich nach etwas sehnen, das hält.









