

Black Messiah
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Als D’Angelo im Dezember 2014 nach 14 Jahren musikalischer Stille „Black Messiah“ veröffentlichte, war das mehr als ein Comeback. Es war ein Weckruf. Ein Album, das Soul, Funk und Jazz nicht nur neu interpretierte, sondern sie in den Kontext einer politisch aufgeladenen Zeit stellte. Die Veröffentlichung fiel mitten in die Proteste rund um Ferguson und die Black Lives Matter-Bewegung – und wurde damit zum Soundtrack einer neuen Bürgerrechtsära.
Musikalisch knüpft „Black Messiah“ an die Tradition von Prince, Sly Stone und Marvin Gaye an, geht aber noch weiter. Die Produktion ist warm, analog und bewusst ungeschliffen. Die Songs wirken wie Live-Mitschnitte aus einem Studio voller Energie, Schweiß und Haltung. D’Angelo singt nicht für den perfekten Take – er singt für die Wahrheit. Unterstützt von seiner Band The Vanguard, darunter Musiker wie Questlove und Pino Palladino, entsteht ein Klangbild, das gleichzeitig retro und radikal modern ist.
Zwei Songs stehen im Zentrum: „Really Love“, eine zärtliche, fast barocke Soul-Ballade mit spanischer Gitarrenarbeit und orchestralen Elementen – ein Liebeslied, das sich Zeit nimmt und dabei tief berührt. Und „The Charade“, ein politischer Track, der Rassismus und soziale Ungleichheit thematisiert – mit der Zeile „All we wanted was a chance to talk / 'Stead we only got outlined in chalk“ als bitterem Höhepunkt.
Ein weniger beachteter, aber eindringlicher Song ist „1000 Deaths“. Mit verzerrten Gitarren, Spoken-Word-Intro und aggressivem Groove ist er ein musikalischer Aufschrei – roh, unbequem und notwendig. Es ist ein Stück, das zeigt, wie tief D’Angelo in die gesellschaftlichen Spannungen seiner Zeit eintaucht.
Für Vinyl-Liebhaber:innen ist „Black Messiah“ ein Erlebnis. Nicht nur wegen seiner klanglichen Tiefe, sondern weil es ein Album ist, das Haltung zeigt – musikalisch, politisch und spirituell. Es ist kein leichtes Werk, aber ein wichtiges. D’Angelo hat hier nicht nur Musik gemacht. Er hat eine Botschaft hinterlassen. Und genau deshalb bleibt „Black Messiah“ ein Meilenstein.









