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Zwischen Rille und Raum

von @manfredvonkoreander

Bevor ich überhaupt bei meinen Eltern ausgezogen bin, um mein erstes WG-Zimmer zu beziehen, habe ich mir von meinem Zivildienstgehalt einen Schallplattenspieler und eine Hifi-Anlage gekauft. Noch bevor ich also ein eigenes Zuhause hatte, stand für mich schon fest, dass Musik darin eine zentrale Rolle spielen würde. Mich faszinierte diese magische, analoge Technik, von der ich mir einen intensiveren und direkteren Zugang zu meiner Lieblingsmusik versprach.

Zur selben Zeit verbrachte ich als Gitarrist einer Band unzählige Stunden im Proberaum, um Sounds zu rekreieren, die meine großen musikalischen Helden geprägt hatten. Besonders beeindruckt war mein junges Gitarristenherz von Tom Morello von Rage Against the Machine und Audioslave. Für mich war er so etwas wie der Salvador Dalí des Gitarrensounds: exzentrisch, unkonventionell, einprägsam, innovativ, Grenzen durchbrechend. Der Start von Cochise reißt mich bis heute jedes Mal mit durch die Art wie Morello mit seiner Stratocaster einen Hubschrauber nachahmt.

Im besagten Proberaum gab es damals noch einen alten Fernseher und die einzige DVD, die drüber lief, war Lauryn Hills berühmtes MTV Unplugged. Wir konnten uns ihrem rohen Talent und ihrer Verletzlichkeit auf der Bühne einfach nicht entziehen. Dass somit The Miseducation of Lauryn Hill Teil einer jeden Plattensammlung, die was auf sich hält, sein muss, ist wohl klar. 

Zuhause bei meinen Eltern lief jedoch ganz andere Musik. Ich wuchs in einem sehr musikalischen Haushalt auf, allerdings anders, als man es sich vielleicht vorstellt. Meine Mutter hörte einfach oft und laut Musik, am liebsten beim Putzen. Um genau zu sein, Vietnamesische Folklore, die sie an ihre Heimat erinnerte, die sie mit 18 Jahren verlassen hatte. Als Kind nervten mich diese Melodien und ich war froh, wenn ich sie durch meine geschlossene Kinderzimmertür ausblenden konnte. Mindestens genauso genervt war meine Mutter von meiner Musik. Einen gemeinsamen Nenner gab es überraschenderweise dennoch: Sade. Ihren weichen, hypnotischen Songs konnte niemand bei uns Zuhause widerstehen. Rückblickend verbinde ich Sades Songs immer mit diesen wundervollen Momenten, die eine Brücke zwischen Generationen und Kulturen geschaffen hat.

Seit dem Kauf meines ersten Plattenspielers vor inzwischen 17 Jahren (den ich übrigens immer noch benutze) war dieser stets der Mittelpunkt der Wohnungen, in denen ich lebte. Musik zu Hause zu hören ist für mich beinahe etwas Heiliges. So sehr, dass ich mir selbst verbiete, bestimmte Alben über andere Medien wie Streaming zu hören. Das Ritual, eine Platte aufzulegen, sich bewusst Zeit zu nehmen und aufmerksam auf die Feinheiten und Nuancen zu hören, die aus den Rillen kommen, ist für mich wahrer Luxus und Genuss im Alltag.

Genauso bewusst versuche ich mit Interior Design umzugehen. Meine Räume sind ruhige Rückzugsorte, die sich wie eine warme Umarmung anfühlen sollen, vor allem, wenn der Alltag mit seinen zig To-Dos und Deadlines einen wieder übermannt. Klare Linien treffen auf natürliche Materialien, Funktion auf Wärme. Die Dinge, mit denen ich mich tagtäglich umgebe, sind eine Verlängerung und Ausdruck meiner Interessen, Persönlichkeit und Bedürfnisse: lange Abende mit Freunden, gutes und selbstgemachtes Essen, die Liebe zu Popkultur, Mode und Design, und eben auch Musik, die unsere Räume mit Leben füllt.

Über die Jahre ist meine Sammlung stetig gewachsen. Besonders stolz bin ich auf die vielen Originalpressungen meiner liebsten Funk-, Soul- und RnB-Bands, die ich während meines Studiums in den USA gesammelt habe. Schon die Bedeutung des englischen Begriffs Records beschreibt sie sehr treffend: Es sind echte Zeugnisse ihrer Zeit - klangliche Momentaufnahmen, die Geschichten erzählen und Erinnerungen gleichzeitig schaffen und bewahren.

Genau deshalb sind Schallplatten für mich weit mehr als nur Musikträger. Sie sind Teil meines Alltags, Teil eines täglichen Rituals, Teil des Zuhauses und ein fester Bestandteil meines Wohngefühls. Platten, Cover, Plattenspieler, Verstärker, Lautsprecher und die Plattenregale sind keine bloße Requisite oder Dekoration, sondern Objekte, denen durch unsere tagtägliche Nutzung Leben, Charakter, und Bedeutung verliehen wird.

Das kiyo Regal fügt sich für mich ganz selbstverständlich in dieses Verständnis von Wohnen ein. Es ist präzise gestaltet, funktional, zeigt klare ausdrucksstarke Linien und ist dennoch zurückhaltend. Es gibt all den Platten, die lose herumliegen, Struktur, ohne sich in den Vordergrund zu drängen, und unterstützt den Raum, statt ihn zu dominieren. Vinyl wird darin sichtbar und zugänglich als selbstverständlicher Teil des Wohnraums.

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